
Pre-Workout
Auch bekannt als: Pre-Workout-Supplement, Trainingsbooster
Ein Pre-Workout, auch Pre-Workout-Supplement oder Trainingsbooster genannt, ist ein Produkt, das vor dem Training eingenommen und für mehr Energie, Fokus, Durchblutung oder Leistung beworben wird. Es handelt sich um eine Produktkategorie und nicht um eine festgelegte Rezeptur. Zwei Pre-Workouts können völlig unterschiedliche Inhaltsstoffe und Mengen enthalten.
Damit unterscheidet sich ein Pre-Workout-Supplement von der Pre-Workout-Ernährung, bei der es um Lebensmittel, Flüssigkeit und Nährstoff-Timing geht. Ein Pre-Workout kann Stimulanzien enthalten, stimulanzienfrei sein oder Kohlenhydrate, Aminosäuren, Pflanzenextrakte, Vitamine und Mineralstoffe kombinieren. „Stimulanzienfrei" bedeutet lediglich, dass bestimmte anregende Stoffe fehlen. Es belegt weder die Wirksamkeit noch die Eignung für jede Person.
Die Studienlage muss zum konkreten Inhaltsstoff, zur enthaltenen Menge, zum Zeitpunkt und zum Ziel passen. Für Koffein gibt es vergleichsweise gute Belege bei einigen akuten Leistungsgrößen. Beta-Alanin entfaltet seinen möglichen Nutzen dagegen durch regelmäßige Einnahme und nicht als sofortiger Kick. Die Ergebnisse zu Citrullin-Malat sind gemischt. Wird ein Stoff deutlich anders eingesetzt als in einer Studie, lässt sich deren Ergebnis nicht einfach übertragen. Auch ein nachgewiesener Einzelstoff belegt nicht die gesamte Mischung, denn Kombinationen können Aufnahme, Nebenwirkungen und die gesamte Stimulanzienmenge verändern.
Zur sachlichen Bewertung eines Pre-Workouts gehören eine vollständige Zutatenliste mit Einzelmengen, mögliche Überschneidungen mit Kaffee, Energydrinks, Medikamenten oder weiteren Supplements und die Frage, ob der beworbene Endpunkt überhaupt untersucht wurde. Bei proprietären Mischungen ohne Einzelangaben ist das kaum möglich. Kribbeln durch Beta-Alanin, Hautrötung durch Niacin oder ein starker Stimulanzienreiz sind körperliche Effekte, aber kein Nachweis für mehr Kraft, Muskelaufbau oder Trainingsqualität.
Mögliche Risiken sind Schlafstörungen, Unruhe, Herzklopfen, Magen-Darm-Beschwerden, Arzneimittelwechselwirkungen und eine unbeabsichtigte Kombination mehrerer Stimulanzien. Regulierung und Prüfung vor dem Verkauf unterscheiden sich je nach Land; ein legal angebotenes Supplement ist nicht wie ein Arzneimittel auf Wirksamkeit zugelassen. Der IOC-Konsens zu Sport-Supplements sieht nur für wenige Mittel in klaren Situationen gute Belege und nennt Verunreinigungen sowie Dopingrisiken. Eine unabhängige Chargenprüfung kann dieses Risiko verringern, garantiert aber weder Wirksamkeit und Verträglichkeit noch vollständige Kontaminationsfreiheit.