
Nicht essenzielle Aminosäuren
Nicht essenzielle Aminosäuren sind Aminosäuren, die der Körper unter normalen Bedingungen in bedarfsdeckender Menge selbst bilden kann. Der Begriff beschreibt die übliche Notwendigkeit der Nahrungszufuhr und nicht ihre biologische Bedeutung. Auch diese Stoffe werden für Proteine, Stoffwechselwege, Signalprozesse und die Funktion von Geweben gebraucht.
In gängigen Einteilungen für Erwachsene zählen beispielsweise Alanin, Aspartat, Asparagin, Glutamat und Serin zu den entbehrlichen Aminosäuren. Andere gelten als bedingt essenziell oder bedingt unentbehrlich, weil die körpereigene Produktion bei Wachstum, schwerer Erkrankung, Verletzung oder besonderem physiologischem Stress möglicherweise nicht ausreicht. Je nach Quelle und betrachteter Personengruppe kann die Zuordnung deshalb leicht variieren.
Glutamin und Arginin werden häufig im Zusammenhang mit dieser bedingten Gruppe genannt. Ihre wichtigen Funktionen im Körper beweisen nicht, dass eine zusätzliche Einnahme bei jedem gesunden Kraftsporttreibenden Muskelaufbau oder Regeneration verbessert. Entscheidend ist, ob Synthese und normale Ernährung den Bedarf in der konkreten Situation bereits decken.
Der Körper kann nicht essenzielle Aminosäuren aus Stoffwechselzwischenprodukten und Stickstoffquellen herstellen. Nahrungs-protein wird dadurch aber nicht überflüssig. Proteinquellen liefern sowohl unentbehrliche EAAs als auch entbehrliche Aminosäuren, und für den Proteinumsatz müssen alle erforderlichen Bausteine vorhanden sein. Fehlt eine unentbehrliche Aminosäure, schließt eine zusätzliche nicht essenzielle diese Lücke nicht.
Die DGE erläutert die Einteilung und Bedeutung der Aminosäuren im Zusammenhang mit Aminosäuremuster und Verdaulichkeit von Lebensmitteln. Wer als gesunder Mensch genug Energie und abwechslungsreiche Proteinquellen isst, muss die einzelnen nicht essenziellen Aminosäuren üblicherweise nicht separat in Gramm verfolgen.
„Nicht essenziell" bedeutet auch nicht „in jeder Menge unbedenklich". Konzentrierte Einzelpräparate können die übliche Aufnahme über Lebensmittel weit überschreiten, Magen-Darm-Beschwerden verursachen oder bei Erkrankungen und Medikamenten ungeeignet sein. Ein gezielter therapeutischer Einsatz gehört in fachkundige medizinische Begleitung und nicht in eine pauschale Studioempfehlung.