Aminosäuren

Aminosäuren

Aminosäuren sind organische Verbindungen, aus denen Proteine aufgebaut werden. Zusätzlich dienen sie als Zwischenprodukte des Stoffwechsels oder als Ausgangsstoffe für andere Moleküle. Menschliche Proteine entstehen aus einem Standardsatz proteinbildender Aminosäuren; welche Aufgabe eine einzelne übernimmt, hängt von ihrer Struktur und der aktuellen Stoffwechsellage ab.

In der Ernährung werden Aminosäuren häufig danach eingeteilt, ob der Körper genug davon selbst herstellen kann. Unentbehrliche oder essenzielle Aminosäuren müssen in ausreichender Menge aus der Nahrung kommen. Nicht essenzielle Aminosäuren kann der Körper unter üblichen Bedingungen bilden. Manche werden in bestimmten Lebensphasen, bei Erkrankungen oder schwerer Belastung bedingt unentbehrlich, wenn die Synthese den Bedarf nicht deckt. „Nicht essenziell" bedeutet daher keinesfalls unwichtig.

Die neun unentbehrlichen Aminosäuren werden als EAAs zusammengefasst. Leucin, Isoleucin und Valin bilden die Untergruppe der BCAAs, also verzweigtkettigen Aminosäuren. Leucin ist an Signalen für die Proteinsynthese beteiligt, doch aus Leucin allein kann kein vollständiges Muskelprotein entstehen. Dafür werden alle benötigten Bausteine, genügend Energie und ein Trainingsreiz gebraucht.

Nahrungsprotein wird vor der Aufnahme in Aminosäuren und kleine Peptide zerlegt. Der daraus entstehende Pool dient fortlaufend dem Proteinumsatz und der Herstellung etwa von Neurotransmittern, Kreatin und anderen stickstoffhaltigen Verbindungen. Einen eigenen Aminosäurespeicher wie Fettgewebe oder Glykogen gibt es nicht. Überschüssige Kohlenstoffgerüste können zur Energiegewinnung oder Umwandlung genutzt werden; der Stickstoff muss ausgeschieden werden.

Die DGE-Informationen zu Protein und unentbehrlichen Aminosäuren berücksichtigen Aminosäuremuster, Verdaulichkeit und ergänzende Lebensmittelkombinationen. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit genügend Protein liefert in der Regel das vollständige Spektrum. Auch pflanzliche Quellen tragen wirksam bei, besonders wenn du über den Tag verschiedene davon nutzt.

Freie Aminosäuren als Supplement sind nicht automatisch nützlicher als vollständiges Protein. Einzelne Stoffe können einen medizinischen oder speziellen sportlichen Einsatz haben; mehr von nur einem Baustein gleicht jedoch weder zu wenig Energie und Gesamtprotein noch ungeeignetes Training aus. Bei Medikamenten, Schwangerschaft sowie Nieren-, Leber- oder Stoffwechselerkrankungen gehört eine hoch dosierte Einnahme fachlich abgeklärt.

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