
Zughilfen
Zughilfen sind Bänder, die Hände oder Handgelenke bei Zugübungen mit einer Stange, einem Griff oder einem anderen Trainingsgerät verbinden. Sie wirken dem Rollen des Geräts aus den Fingern entgegen und können dadurch die frei aufzubringende Griffkraft verringern.
Verbreitet sind Lasso-Zughilfen, geschlossene Schlaufen beziehungsweise Figure-8-Straps und Varianten mit Haken. Sie unterscheiden sich darin, wie fest sie die Person mit dem Gerät verbinden und wie schnell sie sich lösen lassen. Zughilfen sind keine Handgelenkbandagen: Wrist Wraps stützen oder begrenzen das Handgelenk unter anderem bei Drückübungen, während Straps die Verbindung zu einem Zuggerät unterstützen.
Zughilfen können sinnvoll sein, wenn die Hände einen Satz beenden würden, bevor der geplante Zielmuskel den vorgesehenen Anstrengungsgrad erreicht. Das kann beispielsweise beim Rudern, Latzug, Shrugs oder Kreuzhebevarianten passieren. Die äußere Last wird dadurch nicht leichter, und die Unterarme arbeiten weiterhin mit. Wie stark die Hilfe ausfällt, hängt von Band, Wickelrichtung, Griff, Übung und der weiterhin eingesetzten Handkraft ab.
Der Trainingszweck entscheidet über den Einsatz. Soll die Griffkraft getestet oder gezielt trainiert werden, verdecken Zughilfen den begrenzenden Faktor. Sollen größere Zugmuskeln belastet oder mehrere Sätze absolviert werden, ohne dass jedes Mal zuerst der Griff versagt, können sie für ausgewählte Sätze passen. Kreuzgriff, Hook Grip und Magnesia verändern die Griffanforderung auf jeweils andere Weise und sind nicht mit Straps gleichzusetzen.
Anlegen und Lösen sollten zunächst mit einem leichten Gewicht geübt werden. Manche Bauformen, besonders Figure-8-Straps, halten die Verbindung zur Hantel länger und können das Abbrechen einer misslungenen Wiederholung erschweren. Herstellerhinweise sind zu beachten; das Material darf nicht in bewegliche Maschinenteile geraten, und vorhandene Sicherheitsablagen sollten passend eingestellt sein. Zughilfen garantieren weder einen rutschfreien Griff noch ein verletzungsfreies Training.
Der Einsatz in einzelnen Sätzen schwächt die Griffkraft nicht automatisch. Umgekehrt garantiert der vollständige Verzicht keine stärkeren Hände. Entscheidend ist, wie viel Training ohne Unterstützung im Programm verbleibt und ob die Griffleistung selbst progressiv belastet wird.