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Paleo-Diät

Paleo-Diät

Die Paleo-Diät ist ein modernes Ernährungskonzept, das sich an vermuteten Lebensmitteln vor der Entstehung der Landwirtschaft orientiert. Meist stehen Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse, Obst, Nüsse und Samen auf dem Plan, während Getreide, Hülsenfrüchte, Milchprodukte und viele verarbeitete Lebensmittel ausgeschlossen werden. Forschung und Praxis verwenden unterschiedliche Regeln, und historisch gab es keine einheitliche „Steinzeiternährung" für alle Regionen und Epochen.

Paleo ist nicht zwingend kohlenhydratarm, denn Obst und stärkehaltiges Gemüse können erhebliche Mengen Kohlenhydrate liefern. Mit der Carnivore Diet ist das Konzept ebenfalls nicht gleichzusetzen: Pflanzliche Lebensmittel bilden bei Paleo meist einen wichtigen Bestandteil. Bezeichnungen wie naturbelassen oder ursprünglich sagen allein noch nichts über die tatsächliche Nährstoffversorgung aus.

Für Krafttraining lassen sich mit passenden Paleo-Lebensmitteln ausreichend Protein und Energie aufnehmen. Der Verzicht auf Getreide, Hülsenfrüchte und Milchprodukte ist für Muskelaufbau jedoch nicht notwendig und kann praktische Quellen für Kohlenhydrate, Calcium, Ballaststoffe oder Gesamtkalorien entfernen. Eine sorgfältige Auswahl kann diese Lücken ausgleichen; die reine Liste erlaubter Lebensmittel garantiert das nicht.

Kurze Studien berichten teilweise günstigere Werte für Gewicht und einzelne kardiometabolische Marker. Häufig änderten sich zugleich Kalorienzufuhr und Lebensmittelqualität. Eine systematische Untersuchung verbreiteter Diäten bewertete die Evidenz für Paleo als schwach. Ob mögliche Effekte aus den Ausschlüssen selbst oder eher aus mehr wenig verarbeiteten Lebensmitteln, mehr Gemüse und Obst sowie weniger Energie entstehen, bleibt offen.

Sinnvoller als die Evolutionsgeschichte ist deshalb die Prüfung des konkreten Speiseplans. Wer sich mit Paleo wohlfühlt, kann auf vielfältiges Gemüse und Obst, geeignete Calciumquellen, genügend Gesamtenergie und bei Bedarf Kohlenhydrate rund um forderndes Training achten. Bei Allergien oder Magen-Darm-Erkrankungen identifizieren Paleo-Regeln nicht automatisch den Auslöser. Unnötige Ausschlüsse erschweren die Abklärung; gezielte Eliminations- und Wiedereinführungsphasen gehören gegebenenfalls in fachliche Hände.

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