
Carnivore Diet
Weitergeleitet von "Reine Fleischernährung"
Die Carnivore Diet ist eine extrem einschränkende Ernährungsweise, die ausschließlich oder fast ausschließlich aus tierischen Lebensmitteln besteht. Übliche Varianten enthalten Fleisch, Fisch, Eier und teilweise Milchprodukte; Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen entfallen. Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Besonders strenge Formen erlauben nur Fleisch von Wiederkäuern, Salz und Wasser.
Die Kost enthält meist sehr wenige Kohlenhydrate, ist aber nicht dasselbe wie eine ketogene Ernährung. Ob eine Ketose entsteht, hängt von der tatsächlichen Makronährstoffverteilung ab; eine Keto-Ernährung kann zudem viele pflanzliche Lebensmittel enthalten. Auch die Paleo-Diät unterscheidet sich, weil sie normalerweise Obst, Gemüse, Nüsse und Samen einschließt.
Tierische Lebensmittel können vollständiges Protein, Vitamin B12, Eisen, Zink und weitere trainingsrelevante Nährstoffe liefern. Für Muskelaufbau ist eine pflanzenfreie Ernährung deshalb trotzdem nicht erforderlich. Maßgeblich bleiben Krafttraining, ausreichend Protein und Energie sowie eine sinnvolle Belastungssteigerung. Ohne Kohlenhydrate können umfangreiche Trainingseinheiten für manche Menschen schwerer fallen.
Langzeitdaten fehlen weitgehend. Eine Übersichtsarbeit von 2026 fand nur neun Humanstudien, darunter kleine Untersuchungen, Selbstauskünfte, kurze Beobachtungen und berechnete Speisepläne. Berichtete Verbesserungen belegen daher keine Ursache. Eine weitere Nährwertanalyse von vier modellierten Carnivore-Plänen erreichte zwar mehrere Referenzwerte, blieb aber bei Thiamin, Magnesium, Calcium und Vitamin C sowie je nach Variante bei Eisen, Folat, Jod oder Kalium darunter. Ballaststoffe fehlten nahezu vollständig. Solche Modellrechnungen zeigen mögliche Lücken, diagnostizieren aber keinen Mangel bei jeder Person.
Je nach Auswahl kann die Ernährung außerdem viel gesättigtes Fett, Natrium und verarbeitetes Fleisch enthalten; die Reaktion der Blutfette ist individuell. Wegen des Ausschlusses ganzer Lebensmittelgruppen sollte eine langfristige Umsetzung qualifiziert ernährungsmedizinisch begleitet werden, besonders in Schwangerschaft und Kindheit, bei Nieren- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen und nach gestörtem Essverhalten. Erfahrungsberichte zu Verdauung, Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen ersetzen weder kontrollierte Forschung noch eine Behandlung.