
Technikversagen
Auch bekannt als: Technisches Versagen
Technikversagen ist erreicht, wenn die nächste Wiederholung nicht mehr mit der vorher festgelegten Technik und dem vorgesehenen Bewegungsumfang ausgeführt werden kann. Mit verkürztem Bewegungsweg, veränderter Körperposition, Schwung oder stärkerer Beteiligung anderer Muskeln ließe sich das Gewicht möglicherweise noch bewegen. Deshalb ist Technikversagen nicht zwingend mit Muskelversagen gleichzusetzen.
Die Grenze hängt von der Übung und ihrem Zweck ab. Bei einer Kniebeuge können beispielsweise die vereinbarte Tiefe oder eine starke Veränderung der Oberkörperposition als Abbruchkriterium dienen. Bei einem strikt ausgeführten Curl kann der Satz enden, sobald der Oberkörper deutlich mitschwingt, obwohl sich das Gewicht mit Schwung vielleicht noch einmal nach oben bewegen ließe. Kleine und erwartbare Technikveränderungen am Ende eines anstrengenden Satzes bedeuten nicht automatisch Versagen. Die tolerierten Abweichungen sollten vor dem Training feststehen und einheitlich angewendet werden.
Ein klarer technischer Endpunkt macht Schätzungen der Reps in Reserve aussagekräftiger. Zwei RIR bedeuten dann ungefähr zwei weitere Wiederholungen mit derselben Ausführung und nicht zwei Wiederholungen mit beliebigen Hilfsmitteln. Videos, die Einschätzung einer erfahrenen Trainingsperson oder feste Bewegungshinweise können helfen, den Punkt zu erkennen. Ein subjektiver Anteil bleibt trotzdem bestehen. Zudem entwickelt sich die Technik mit zunehmender Erfahrung, was bei langfristigen Leistungsvergleichen berücksichtigt werden sollte.
Den Satz beim Technikversagen zu beenden, kann unerwünschte Ausweichbewegungen begrenzen, besonders bei komplexen oder frei ausgeführten Übungen. Das gewährleistet jedoch keine Verletzungsfreiheit, und nicht jede sichtbare Abweichung bedeutet automatisch, dass Gewebe geschädigt wird. Bei der Festlegung des Endpunkts zählen unter anderem Übungsauswahl, Folgen einer misslungenen Wiederholung, Schmerzen, vorhandene Sicherheitsvorrichtungen und Trainingserfahrung. Ein vorab bestimmter Technikstandard ist hilfreicher, als das Versagen erst nach einer bereits stark veränderten Wiederholung festzustellen.