
Jo-Jo-Effekt
Der Jo-Jo-Effekt oder Weight Cycling bezeichnet wiederholte Phasen von Gewichtsabnahme und anschließender Zunahme über mehrere Diätversuche hinweg. Normale Schwankungen durch Wasser, Glykogen, Salz, Darminhalt oder Menstruationszyklus sind damit nicht gemeint. Studien verwenden unterschiedliche Grenzen dafür, wie groß, häufig und lang eine Veränderung sein muss.
Eine erneute Zunahme kann entstehen, wenn nach der Diät wieder dieselben Gewohnheiten und Umweltbedingungen wie zuvor gelten. Ein leichterer Körper benötigt außerdem weniger Energie für Bewegung und Erhaltung; zugleich können biologische Veränderungen von Hunger und Energieverbrauch die Zunahme begünstigen. Diese Anpassungen bedeuten nicht, dass der Stoffwechsel dauerhaft zerstört ist, und machen den Verlauf nicht unvermeidlich.
Gesundheitliche Folgen lassen sich nur schwer vom Weight Cycling selbst trennen. Beobachtungsstudien verbinden größere Gewichtsschwankungen teilweise mit Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselrisiken. Erkrankungen, Rauchen, unbeabsichtigter statt geplanter Gewichtsverlust und das Ausgangsgewicht können solche Zusammenhänge jedoch verzerren. Eine Übersichtsarbeit von 2024 kommt zu dem Schluss, dass die meisten Untersuchungen keine verlässliche Schädigung von Körpergewicht, Körperzusammensetzung oder Ruheenergieverbrauch durch die Zyklen an sich zeigen. Aus Angst vor einem angeblich beschädigten Stoffwechsel müssen sinnvolle erneute Gesundheitsmaßnahmen daher nicht grundsätzlich vermieden werden.
Vorbeugung bedeutet vor allem, die Erhaltungsphase mitzudenken. Ein moderates Kaloriendefizit, ausreichend Protein, Krafttraining, eine verträgliche Form der Selbstbeobachtung und der Übergang zu Erhaltungskalorien können helfen, garantieren den Gewichtserhalt aber nicht. Feiertage, Stress, Verletzungen und veränderten Appetit einzuplanen ist oft hilfreicher, als das Zielgewicht als Endpunkt zu betrachten.
Starke unbeabsichtigte Gewichtsänderungen gehören medizinisch abgeklärt. Gehen die wiederholten Diäten mit Essanfällen, Erbrechen, zwanghaftem Training oder erheblichem Leidensdruck durch das eigene Körperbild einher, ist Unterstützung bei gestörtem Essverhalten wichtiger als ein strengerer Cut.