
Vitamin D3
Auch bekannt als: Cholecalciferol
Vitamin D3, auch Cholecalciferol genannt, ist ein fettlösliches Vitamin, das der Körper unter dem Einfluss von UV-B-Strahlung in der Haut bilden kann. Leber und Nieren wandeln Vitamin D in mehreren Schritten in biologisch aktive Verbindungen um. Diese regulieren unter anderem den Calcium- und Phosphathaushalt und unterstützen die normale Funktion von Knochen, Muskeln, Nerven und Immunsystem. Vitamin D3 ist ein Nährstoff und eine Vorstufe hormonell wirksamer Verbindungen, aber für sich genommen kein Muskelaufbaupräparat.
Nur wenige Lebensmittel enthalten von Natur aus nennenswerte Mengen Vitamin D3, darunter fettreicher Fisch und Eigelb; zusätzlich können Lebensmittel angereichert sein. Vitamin D2 beziehungsweise Ergocalciferol ist eine weitere Form in Präparaten und angereicherten Lebensmitteln. Beide Formen können den Vitamin-D-Status erhöhen, wobei D3 häufig einen stärkeren oder länger anhaltenden Anstieg bewirkt. Wie viel die Haut bildet, hängt unter anderem von Jahreszeit, Breitengrad, Hautpigmentierung, Alter, Kleidung und Sonnenschutz ab. Bewusst ungeschützte UV-Bestrahlung ist deshalb keine risikofreie Alternative zu einem Präparat.
Zur Beurteilung des Vitamin-D-Status wird meist die Konzentration von 25-Hydroxyvitamin D, kurz 25(OH)D, im Blut herangezogen. Unspezifische Beschwerden allein belegen keinen Mangel, und Fachgesellschaften setzen nicht für jeden Zweck dieselben Grenzwerte an. Ein niedriger Status ist wahrscheinlicher, wenn kaum UV-B-Strahlung auf die Haut trifft, die körpereigene Bildung eingeschränkt ist, wenig Vitamin D aufgenommen wird oder die Fettaufnahme gestört ist. Das Faktenblatt des NIH zu Vitamin D und die Referenzwertinformationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung trennen den physiologischen Bedarf von Werbeversprechen für hoch dosierte Produkte.
Ein Präparat kann eine unzureichende Versorgung oder einen Mangel ausgleichen. Der zu erwartende Nutzen hängt jedoch stark vom Ausgangsstatus ab. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse aus dem Jahr 2023 fand über 11 randomisierte Studien mit insgesamt 436 Sportlerinnen und Sportlern keinen statistisch signifikanten Effekt einer Vitamin-D-Supplementierung auf Maximalkraft oder Schnellkraft; die Autorengruppe betonte wichtige Einschränkungen und weiteren Forschungsbedarf. Eine pauschale Dosis für alle ist daher nicht sinnvoll: Alter, Ernährung, UV-B-Exposition, Laborwerte, Erkrankungen und verordnete Behandlungen können die passende Vorgehensweise verändern. Auf dem Etikett kann die Menge in Mikrogramm oder Internationalen Einheiten angegeben sein; diese Zahlen sind nicht ohne Umrechnung gleichzusetzen.
Zu viel Vitamin D aus Nahrungsergänzungsmitteln kann den Calciumspiegel im Blut gefährlich erhöhen und unter anderem Übelkeit, Schwäche, Nierenprobleme oder Herzrhythmusstörungen verursachen. Das ist von der üblichen Zufuhr über Lebensmittel oder der körpereigenen Bildung durch Sonne zu unterscheiden. Besondere Vorsicht ist bei hohen oder langfristigen Dosierungen, Nierenerkrankungen, Störungen des Calciumstoffwechsels und bestimmten Medikamenten geboten. Vitamin D3 wird zudem häufig mit Vitamin K2 kombiniert angeboten. K2 ist jedoch nicht automatisch bei jeder D3-Einnahme erforderlich. Ob eines der Präparate angezeigt ist, muss getrennt von der Tatsache beurteilt werden, dass beide Nährstoffe an der Knochenphysiologie beteiligt sind.