
Ketogene Ernährung
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Eine ketogene Ernährung ist eine sehr kohlenhydratarme, fettreiche Ernährungsweise, die eine Ernährungsketose erzeugen soll. Dabei bildet die Leber vermehrt Ketonkörper als Energieträger. Häufig werden Kohlenhydrate auf weniger als ungefähr 50 Gramm pro Tag oder zehn Prozent der Energie begrenzt; die nötige Menge unterscheidet sich jedoch individuell. Protein wird weiterhin bedarfsdeckend eingeplant.
Keto ist eine besonders strenge Form der kohlenhydratarmen Ernährung, während nicht jede Low-Carb-Diät zur Ketose führt. Die Carnivore Diet schreibt dagegen weder ein bestimmtes Verhältnis von Fett zu Protein noch eine nachgewiesene Ketose vor; stärkearmes Gemüse, Nüsse, Samen, Avocado und Öle können zudem in eine Keto-Diät passen. Eine Ernährungsketose ist etwas anderes als die gefährliche diabetische Ketoazidose, die durch einen schweren Insulinmangel entsteht.
Der schnelle Gewichtsverlust zu Beginn besteht oft teilweise aus Wasser, weil Glykogen abnimmt. Für längerfristigen Fettabbau bleibt eine passende Energiebilanz nötig; der Keto-Name hebt Kalorien nicht auf. Die konkrete Lebensmittelauswahl entscheidet über Ballaststoffe, Mikronährstoffe, ungesättigte Fette und Protein. Eine Ernährung aus viel Butter und verarbeitetem Fleisch ist daher nicht mit einer Variante aus Fisch, Olivenöl, Nüssen, Samen und Gemüse gleichwertig.
Für Sport fasst das Positionspapier der International Society of Sports Nutrition von 2024 eine meist ähnliche Entwicklung von Maximalkraft und Kraftzuwachs wie bei kohlenhydratreicheren Vergleichsdiäten zusammen; einzelne Studien sprechen jedoch für die nicht ketogene Variante. Die sportliche Leistung fällt insgesamt eher gleich oder schlechter aus, besonders im leistungsorientierten Ausdauersport. Eine höhere Fettverbrennung während einer Einheit beweist keinen stärkeren Verlust von Körperfett.
In der Umstellungsphase sind Verstopfung, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit oder eine schwächere Trainingsleistung möglich. Wer Insulin, Sulfonylharnstoffe oder insbesondere SGLT2-Hemmer einnimmt, braucht ärztliche Begleitung, weil Kohlenhydratreduktion den Medikamentenbedarf und das Ketoazidose-Risiko verändern kann. Medikamente dürfen nicht eigenständig angepasst werden. Auch Schwangerschaft, frühere Essstörungen sowie Erkrankungen von Bauchspeicheldrüse, Leber, Gallenblase, Nieren oder Fettstoffwechsel erfordern vorher eine individuelle medizinische Einschätzung.