
Hatfield-Methode
Die Hatfield-Methode ist keine einheitlich festgelegte Methode. Meist bezeichnet der Begriff den „holistischen" Krafttrainingsansatz von Fred Hatfield. In der häufig beschriebenen Form wird eine Muskelgruppe in mehreren Last- und Wiederholungsbereichen trainiert: Schwere Sätze mit wenigen Wiederholungen werden mit moderaten sowie leichteren, wiederholungsreicheren Sätzen innerhalb einer Einheit oder kurzen Trainingsfolge kombiniert.
Vor der Anwendung sollte geklärt werden, was genau mit „Hatfield" gemeint ist, denn der Name wird für mehrere Konzepte verwendet. Die Methode ist nicht mit der Hatfield-Kniebeuge gleichzusetzen, bei der eine Safety-Squat-Bar und Handunterstützung zum Einsatz kommen. Ebenso bedeutet sie nicht automatisch „Compensatory Acceleration Training". Quellen unterscheiden sich zudem bei Übungsreihenfolge, Wiederholungsbereichen und Satzzahl. Der Name allein beschreibt daher keinen vollständigen Plan.
Die historische Begründung ging davon aus, dass verschiedene Wiederholungsbereiche unterschiedliche Bestandteile eines Muskels gezielt ansprechen. Nach heutiger Evidenz lassen sich Muskelbestandteile oder Fasertypen nicht jeweils einem einzigen exakten Bereich zuordnen. Schwerere Trainingslasten üben die Maximalkraft spezifischer, während Muskelaufbau bei hinreichender Anstrengung und passender Gesamtbelastung über ein breites Lastspektrum möglich ist. Die ACSM-Position von 2026 fasst diese allgemeinen Erkenntnisse zur Lastwahl zusammen und weist keine besondere Hatfield-Abfolge als eigenständig wirksam aus.
Praktisch handelt es sich um eine Variation innerhalb der Einheit. Dadurch können mehrere Wiederholungsbereiche trainiert werden, ohne sie auf getrennte Phasen zu verteilen. Die Kombination kann allerdings auch ein beträchtliches Trainingsvolumen und viel Ermüdung erzeugen. Von Pyramidentraining unterscheidet sie sich dadurch, dass verschiedene Übungen und Satzfunktionen vorkommen können, statt nur das Gewicht bei einer Übung auf- oder abzustufen. Von Periodisierung unterscheidet sie sich, weil Variation innerhalb einer Einheit das Training noch nicht über längere Zeiträume strukturiert.
Verwende die Bezeichnung beschreibend und protokolliere die tatsächlichen Übungen, Lasten, Wiederholungen und Abbruchregeln. Diese Angaben bestimmen den Trainingsreiz und machen Fortschritte überprüfbar – nicht der historische Name. Geplante Variation kann nützlich sein, muss aber weder als Muscle Confusion erklärt werden noch erfordert sie jeden Wiederholungsbereich in jedem Workout.