
Grünteeextrakt
Grünteeextrakt ist ein konzentriertes Supplement aus Blättern von Camellia sinensis. Die Produkte sind auf unterschiedlich hohe Mengen an Catechinen standardisiert, häufig auf Epigallocatechingallat (EGCG), und können zusätzlich Koffein enthalten. Ein Extrakt ist nicht mit aufgebrühtem Grüntee gleichzusetzen, weil Konzentration, Zusammensetzung und aufgenommene Menge stark abweichen können.
Häufig wird Grünteeextrakt als Fatburner verkauft. Catechine zusammen mit Koffein können Energieverbrauch und Fettoxidation geringfügig beeinflussen. Solche kurzfristigen Mechanismen garantieren jedoch keinen relevanten Fettverlust. Der Evidenzüberblick des US-amerikanischen Office of Dietary Supplements bewertet einen möglichen Gewichtseffekt als klein und wahrscheinlich klinisch unbedeutend; Studien mit Catechinen ohne Koffein fanden häufig keinen Effekt. Für den Fettabbau bleiben ein Kaloriendefizit und eine langfristig umsetzbare Ernährung entscheidend.
Weitere Werbeversprechen betreffen antioxidative Wirkungen, weniger Entzündung und Muskelkater sowie eine schnellere Regeneration. Eine Veränderung einzelner Marker für oxidativen Stress belegt aber weder eine schnellere Wiederherstellung der Kraft noch bessere Trainingsanpassungen. Die Humanstudien sind zu spärlich und uneinheitlich, um Grünteeextrakt als etablierte Maßnahme gegen verzögerten Muskelkater oder als verlässliches Regenerations-Supplement einzustufen.
Konzentrierte Extrakte haben ein anderes Sicherheitsprofil als gewöhnlicher Tee. Möglich sind Übelkeit, Bauchbeschwerden und Verstopfung; bei enthaltenem Koffein können außerdem Stimulanzieneffekte einschließlich eines vorübergehenden Blutdruckanstiegs auftreten. Wichtiger ist die Verbindung mit seltenen, aber potenziell schweren Leberschäden; bei konzentrierten Präparaten unter Nüchternbedingungen scheint die Sorge größer zu sein. Die Sicherheitsbewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit fand bei hoher ergänzter EGCG-Aufnahme Hinweise auf erhöhte Leberwerte, konnte aber keine allgemein sichere Supplementmenge ableiten.
Bei Lebererkrankungen, regelmäßiger Medikamenteneinnahme oder in der Schwangerschaft ist vor der Anwendung fachlicher Rat sinnvoll. Ein transparentes Etikett nennt Catechin- beziehungsweise EGCG-Gehalt und Koffein statt nur „Grüntee". Unabhängige Qualitätsprüfungen können Identität und Verunreinigungen besser einschätzbar machen, verwandeln einen kleinen und unsicheren Fettabbau- oder Regenerationseffekt aber nicht in einen verlässlichen Nutzen.