
Frontloading
Auch bekannt als: Vorgezogenes Trainingsvolumen
Frontloading beziehungsweise vorgezogenes Trainingsvolumen bedeutet, einen größeren Anteil der geplanten Arbeit an den Anfang eines klar definierten Zeitraums zu legen. Im Krafttraining kann dieser Zeitraum eine Einheit, ein wöchentlicher Mikrozyklus oder ein längerer Trainingsblock sein. Da „Frontloading" kein einheitlich festgelegter Begriff der Trainingsplanung ist, sollten Zeitraum und Volumenmaß immer genannt werden.
Ein Wochenplan mit zwölf Arbeitssätzen für eine Muskelgruppe könnte beispielsweise mehr dieser Sätze zu Wochenbeginn und weniger davon später vorsehen. Die Summe kann weiterhin zwölf betragen; nur die Verteilung verändert sich. Innerhalb eines Trainingsblocks kann Frontloading bedeuten, mit mehr Sätzen zu beginnen und sie später zu reduzieren. Innerhalb einer Einheit könnte ein größerer Anteil der Arbeit am Anfang stehen. Dann beeinflussen allerdings auch Übungsreihenfolge und Priorität den Vergleich.
Frontloading ist nicht automatisch eine Vorermüdung. Bei der Vorermüdung wird ein Zielmuskel bewusst vor einer nachfolgenden Übung ermüdet. Frontloading beschreibt dagegen, an welcher Stelle in der Zeit Trainingsvolumen liegt. Ebenso ist es nicht gleichbedeutend damit, lediglich die wichtigste Übung zuerst auszuführen: Eine veränderte Priorität kann die Reihenfolge verschieben, ohne den Arbeitsumfang zu verändern.
Die Verteilung kann zu einem Zeitplan passen, bei dem nach dem Periodenbeginn mehr Erholungszeit oder weniger Trainingsmöglichkeiten bestehen. Sie kann die Ermüdung aber auch früh bündeln, die Qualität späterer Arbeitssätze senken oder den Trainingsreiz ungleich verteilen. Ob dieser Tausch sinnvoll ist, hängt von Übungsauswahl, Anstrengungsgrad, Häufigkeit und dem Grund für die Verschiebung ab. Vorgezogenes Volumen ist einer gleichmäßigen oder nach hinten verlagerten Verteilung nicht grundsätzlich überlegen.
Verwende den Begriff präzise: Benenne den Zeitraum, zähle die relevanten Sätze oder ein anderes Volumenmaß und vergleiche denselben Gesamtzeitraum, bevor du von einer Volumenänderung sprichst. Geht es um Ermüdungsmanagement, beobachte Leistung und Erholung in den späteren Einheiten, statt den frühen Arbeitsumfang automatisch als Lösung anzusehen. Frontloading ist eine Entscheidung zur zeitlichen Verteilung und kein eigener physiologischer Mechanismus.