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CBD

CBD

Cannabidiol (CBD) ist eines von vielen Cannabinoiden der Pflanze Cannabis sativa. Anders als Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) verursacht CBD üblicherweise nicht den für Cannabis typischen Rausch, ist aber biologisch aktiv und kann Neben- sowie Wechselwirkungen auslösen. CBD ist nicht mit Cannabis, THC, Hanfsamenöl oder einem standardisierten verschreibungspflichtigen Arzneimittel gleichzusetzen, nur weil diese Produkte einen pflanzlichen Ursprung teilen können.

CBD wird unter anderem als Öl, Kapsel, Lebensmittel, Kosmetik und äußerlich anzuwendendes Produkt verkauft. Ein Isolat soll ausschließlich CBD enthalten, während Breit- oder Vollspektrumextrakte weitere Cannabinoide und Pflanzenstoffe enthalten können; Begriffe und gesetzliche Grenzwerte unterscheiden sich je nach Markt. Auch die Art der Anwendung beeinflusst, wie viel in den Kreislauf gelangt. Bei einem Produkt zur äußeren Anwendung belegt die Kennzeichnung beispielsweise nicht, dass genügend CBD tiefes Muskel- oder Gelenkgewebe erreicht, um eine systemische Wirkung hervorzurufen.

Im Sport wird CBD bei Schmerzen, Muskelkater, Schlaf und Regeneration beworben. Kontrollierte Humanstudien im Trainingskontext sind jedoch selten. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 zu CBD und sportlicher Erholung fand nur begrenzte und uneinheitliche Daten und keine Grundlage für eine allgemeine Empfehlung zur Leistung oder Erholung nach Belastung. Subjektive Entspannung oder ein Mechanismus im Labor beweisen weder repariertes Gewebe noch eine bessere Schlafqualität oder wiederhergestellte Leistungsfähigkeit. Ein gereinigtes verschreibungspflichtiges CBD-Arzneimittel ist in manchen Ländern für bestimmte Anfallserkrankungen zugelassen. Dessen Evidenz, Dosierung, Qualitätskontrolle und Überwachung lassen sich nicht auf ein frei verkauftes Wellnessprodukt übertragen.

CBD kann Schläfrigkeit, Durchfall, verminderten Appetit sowie Veränderungen von Stimmung und Aufmerksamkeit verursachen. Es kann Leberenzyme beeinflussen und Wirkung oder Konzentration anderer Medikamente verändern; zusammen mit Alkohol oder weiteren dämpfenden Substanzen kann die Beeinträchtigung zunehmen. Die Sicherheitsübersicht der US-amerikanischen Food and Drug Administration weist außerdem auf mögliche Leberschäden und große Wissenslücken bei langfristiger Anwendung hin. Schwangerschaft, Stillzeit, Lebererkrankungen, Medikamenteneinnahme und anhaltende Schmerzen oder Schlafprobleme gehören fachlich abgeklärt, statt eine etablierte Behandlung durch CBD zu ersetzen.

Die Richtigkeit des Etiketts ist ein zentrales Qualitätsproblem. Ein Öl kann weniger oder mehr CBD als angegeben sowie nicht deklariertes THC, andere Cannabinoide, Pestizide, Lösungsmittel oder Schwermetalle enthalten. Ein chargenbezogenes Zertifikat eines unabhängigen akkreditierten Labors ist aussagekräftiger als die Werbung mit „THC-frei", beseitigt aber nicht jedes Risiko. Zudem unterscheidet sich die Rechtslage von Land zu Land.

Für dopingkontrollierte Sportlerinnen und Sportler ist die Abgrenzung besonders wichtig: Die aktuelle Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur nimmt CBD selbst davon aus, verbietet im Wettkampf aber andere natürliche und synthetische Cannabinoide einschließlich THC. Verunreinigtes CBD oder ein Vollspektrumprodukt kann daher trotzdem zu einem positiven Test führen. Athletinnen und Athleten bleiben dafür verantwortlich, welche Stoffe in ihren Körper gelangen, und sollten die jeweils aktuelle Regel prüfen, statt sich auf die Vorderseite eines Nahrungsergänzungsmittels zu verlassen.

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