
DHA
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Docosahexaensäure ist eine langkettige marine Omega-3-Fettsäure. Sie wird als DHA abgekürzt und chemisch als 22:6 n-3 beschrieben. DHA ist ein Baustein von Zellmembranen und kommt in besonders hoher Konzentration in der Netzhaut und im zentralen Nervensystem vor. Eine ausreichende Versorgung ist deshalb für normale Körperfunktionen relevant. Daraus folgt aber nicht, dass ein DHA-Präparat automatisch Sehleistung, Denkvermögen oder sportliche Leistung verbessert.
Direkt enthaltene DHA stammt vor allem aus Fisch und Meeresfrüchten sowie aus Mikroalgen, den ursprünglichen Produzenten im marinen Nahrungsnetz. Algenöl kann DHA daher ohne Fisch liefern und enthält je nach Produkt wenig oder gar keine EPA. Der Körper kann DHA auch über mehrere Umwandlungsschritte aus der pflanzlichen Fettsäure ALA bilden; die gebildete Menge ist jedoch begrenzt und individuell unterschiedlich. Ernährungsmuster, Lebensphase und bisherige Zufuhr sagen deshalb mehr aus als die einfache Einteilung in „pflanzlich" oder „marin".
DHA spielt besonders in Schwangerschaft, Säuglingsalter und früher Entwicklung eine Rolle, doch Empfehlungen und Produkte unterscheiden sich je nach Zielgruppe. Diese Erkenntnisse dürfen nicht pauschal in einen Zusatznutzen für alle Erwachsenen umgedeutet werden. Ebenso wenig beweist ein Zusammenhang zwischen Fischverzehr und einem Gesundheitsmerkmal, dass allein DHA die Ursache ist; eine Kapsel bildet das gesamte Ernährungsmuster nicht nach. Die NIH-Übersicht zu Omega-3-Fettsäuren trennt deshalb die Evidenz zu Fisch und Meeresfrüchten, gemischten EPA-DHA-Produkten und einzelnen Fettsäuren.
Bei krafttrainierenden Erwachsenen ist derzeit keine DHA-Dosis bekannt, die Kraft oder Muskelaufbau beständig steigert oder Muskelkater beseitigt. DHA kann die Zusammensetzung von Zellmembranen oder bestimmte Laborwerte verändern, ohne dass daraus ein bedeutsamer Effekt im Training entsteht. Präziser ist es daher, die Versorgung über die Ernährung und den konkreten Einnahmegrund zu betrachten, statt DHA allgemein als Regenerationssupplement zu bezeichnen.
Bei einem Nahrungsergänzungsmittel zählen die ausgewiesene DHA-Menge statt des gesamten Ölgehalts sowie Herkunft, Allergenkennzeichnung, Frische, Lagerung und unabhängige Prüfungen. Hohe Mengen können Magen-Darm-Beschwerden auslösen und erfordern bei gerinnungshemmender Behandlung besondere Vorsicht. Gemischte hoch dosierte Omega-3-Präparate haben in manchen Risikogruppen zudem Bedenken wegen Vorhofflimmerns aufgeworfen. In Schwangerschaft, bei medizinischer Behandlung und bei therapeutischen Dosierungen ist deshalb eine zielgruppenspezifische fachliche Einordnung sinnvoller als eine allgemeine Empfehlung.