
Periphere Ermüdung
Auch bekannt als: Lokale Ermüdung, Lokale Erschöpfung
Periphere Ermüdung ist die belastungsbedingte Abnahme der Leistungsfähigkeit in einem Muskel durch Vorgänge an der neuromuskulären Verbindung oder weiter peripher, etwa in Muskelmembran, Erregungs-Kontraktions-Kopplung oder kontraktilen Strukturen, und nicht durch einen verminderten willentlichen Antrieb aus Gehirn und Rückenmark. „Lokale Ermüdung" wird im Trainingsalltag breiter für die abnehmende Leistungsfähigkeit eines einzelnen Muskels oder einer Muskelgruppe verwendet. Sie kann periphere, aber auch andere Ursachen haben; die Begriffe überschneiden sich daher, sind jedoch keine exakten Synonyme.
Bei wiederholten Muskelkontraktionen können verschiedene Prozesse beeinflussen, wie wirksam ein elektrisches Signal in Kraft umgesetzt wird. Ihr Anteil hängt unter anderem von Aufgabe, Last, Kontraktionsdauer, Muskel, Trainingszustand und der Zeit seit der Belastung ab. Gleichzeitig kann zentrale Ermüdung auftreten. Ein Rückgang von Wiederholungszahl oder Hantelgeschwindigkeit belegt deshalb keine rein periphere Ursache. In Laboruntersuchungen wird die willentliche Leistung häufig mit der durch Nervenstimulation ausgelösten Kraft verglichen; aus einem gewöhnlichen Trainingsprotokoll lässt sich diese Information nicht gewinnen. Eine Übersichtsarbeit zu Ermüdung und Leistung warnt entsprechend davor, aus einer beschreibenden Kategorie vorschnell auf den genauen leistungsbegrenzenden Mechanismus zu schließen.
Lokale Ermüdung kann zum Muskelversagen beitragen und die Leistung in späteren Sätzen für dieselbe Muskulatur senken. Eine andere Übung, längere Satzpausen, ein größerer Abstand zum Muskelversagen oder weniger Sätze können die unmittelbare lokale Belastung verändern. Welche Maßnahme passt, hängt vom Ziel der Einheit ab.
Periphere Ermüdung ist nicht gleichbedeutend mit Muskelbrennen, Laktat, Pump, Muskelschädigung oder verzögert einsetzendem Muskelkater. Diese Erscheinungen können gemeinsam auftreten, sind aber nicht austauschbar; Muskelkater ist keine Voraussetzung für lokale Ermüdung. Zudem erholen sich die beteiligten Vorgänge unterschiedlich schnell. Die Leistung in der betreffenden Bewegung unter vergleichbaren Bedingungen ist daher aussagekräftiger als ein einzelnes Gefühl oder eine pauschale Zeitvorgabe.